Geschäftsstelle:
Gabriel Okolisan und Stephanie Debbeler
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Reiterverein Nürtingen e.V. - Reitanlage Im Tiefenbach
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Ein wenig zur Geschichte

Die ersten Pferde holte man aus dem Zirkus

Der Reiterverein Nürtingen feierte 2002 seinen 75. Geburtstag
Ein Rückblick auf die Geschichte –

Es waren die Gründerzeiten von vielen Reitervereinen in Stadt und Land, als sich auch in Nürtingen im Jahr 1927 Pferdebegeisterte zur Gründung des Reitervereins zusammenfanden. Rechtsanwalt Gulden war der erste dynamische Vorsitzende, der die Gabe besaß, alte und junge sportbegeisterte Reiter um sich zu scharen. Gründungsmitglieder waren unter anderen Apotheker Weitbrecht, Fabrikant Lorch, Medizinalrat Dr. Baumann, der zuerst auch den Reitunterricht übernahm, ferner Bankdirektor Dieterich, Erich Greiner, Familie Albrecht und Fräulein Gretl Schaufler (später verheiratete Noth), die in den darauf folgenden Jahren auf ihrem Pferd Hexe eine bekannte Springreiterin auf württembergischen Turnieren war. Die Pferdebeschaffung für den jungen Verein wurde schnell gelöst. Aus Bietigheim kam die Nachricht, dass ein kleiner Zirkus in Schwierigkeiten geraten war, schnell wurde beraten und mit finanzieller Hilfe einiger Mitglieder der Pferdebestand erworben. Es waren der Schimmel Blitz, die Fuchsstute Minka und die Stute Portschunkula. In diesen Jahren war der große Förderer der jungen Nürtinger Sportvereine, der Direktor des Zementwerkes Nürtingen, Adolf Schott, der zusammen mit seinem Betriebsdirektor Staudacher dem Verein eine Halle zur Verfügung stellte, die auf dem Boden der alten Ziegelei aufgestellt wurde und bis zum Jahre 1955 als Reithalle diente. Der Stall war jahrzehntelang in der Backhausstraße, so dass zum Reitunterricht jeweils ein Anritt notwendig war. Der Vorteil war, dass die Pferde immer an den Straßenverkehr gewohnt waren, weil sie zu jeder Tag und Nachtzeit hin und her pendelten. Allmählich wurde der Betrieb ausgebaut. Im Jahre 1932 fand in Nürtingen ein großes Reitertreffen statt, zu dem alle benachbarten Vereine mit Pferden kamen. Nach dem Zweiten Weltkrieg ruhte zuerst der Reitbetrieb. Im Jahre 1948 erhielt der Reiterverein Nürtingen zusammen mit anderen Vereinen dank der Initiative des Geschäftsführers des Schwäbischen Reitervereins, Beisbarth, die Genehmigung zum Neuaufbau des Vereins. Zusammen mit dem seit 1937 tätigen Vorsitzenden Erich Greiner fanden sich alte und neue reitsportbegeisterte Mitglieder des Vereins zusammen.
Da die ganze Reitanlage auf Grund und Boden der Portland-Zernentwerke AG Heidelberg stand, ergab sich in den Jahren 1954/1955 wegen Vergrößerungsabsichten des Werks die Notwendigkeit, die Reitanlage zu verlegen. Durch das Entgegenkommen der Stadtverwaltung wurde dies im Gebiet des Roßdorfs ermöglicht, wo wegen der späteren dortigen Bauplanung der Reiterverein auf Dauer keine Bleibe mehr haben konnte. Es wurde Übereinstimmung darüber erzielt, dass Verhandlungen über den Bau einer neuen Anlage geschaffen werden sollen. In langwierigen Verhandlungen mit der Stadtgemeinde Nürtingen, die insbesondere durch die Initiative des leider zu früh verstorbenen Bürgermeisters Möhrle immer wieder vorwärts getrieben und befruchtet wurden, gelang es nach einer Überarbeitung und Beauftragung eines aufsichtsführenden Architekten in Nürtingen, Roland Axt, den baureifen Entwurf zu entwickeln, der Anfang des Jahres 1972 genehmigt wurde, so dass im Februar mit dem Bau begonnen werden konnte. Nach dem ersten Spatenstich im April fand Ende Juli das Richtfest statt. Erfreulicherweise konnten die Ausbauarbeiten termingemäß vorwärts getrieben werden, so dass die vorgesehene Einweihung am 11. November 1972 stattfinden konnte.
Ohne weitere Schulden zu machen die Bauverbindlichkeiten konnten sogar laufend reduziert werden konnte die Reitanlage in den vergangenen Jahren laufend weiter ausgebaut werden. Es wurde eine Umzäunung der gesamten Anlage geschaffen, Koppeln, Abreiteplätze und der große Turnierplatz separat eingezäunt. Um den größten Teil der Anlage herum wurde auf 800 Meter Länge eine Sand Trainingsbahn angelegt. Die Belüftungsmöglichkeit des Stalles wurde verbessert. Längs der Reithalle hat man einen großen Futterbergeschuppen angelegt, um jeweils zu den entsprechenden Jahreszeiten günstig einkaufen zu können. Für Turniere wurde ein kompletter Hindernispark neu angeschafft.
In den langen Jahren seines Bestehens hat der Verein viele erfolgreiche Reiter hervorgebracht. Im Dressur und Springsport konnten einzelne Mitglieder bis in die württembergische Spitzenklasse voranstoßen. Ungeachtet dieser Einzelerfolge ist es in einem Verein schwierig, auf breiter Basis sportliche Erfolge zu erzielen, da auf den Turnieren mehr und mehr die Qualität des Pferdes den Ausschlag für den Erfolg gibt und es sich Reitervereine finanziell kaum leisten können, hochwertiges Pferdematerial ausschließlich für den Leistungssport zu halten. Die Vereinsarbeit wird daher zwangsläufig auf einen Kompromiss hinauslaufen zwischen Hobby und Freizeitreiterei einerseits und auf sportliche Erfolge hinzielende Reiterei andererseits. Darüber hinaus soll möglichst vielen die Möglichkeit gegeben werden, sich mit dem aktiven Reitsport näher zu befassen und zu befreunden, da interessierte Personen der Kontakt mit dem Tier, mit der Natur und schließlich die günstigen gesundheitlichen Auswirkungen nicht vorenthalten werden sollen. Insbesondere die Jugend fördert der Verein.
Nicht nur im Dressur und Springreiten, sondern auch in der Voltige hat der Verein hierbei eine über 50 jährige Tradition. Turnerische Übungen auf dem im Kreis galoppierenden Pferd für Jugendliche zwischen sechs und sechzehn wird erfolgreich als Turniersport betrieben. Es gilt auch als optimaler Einstieg in die Reiterei. Regelmäßig in den Ferien abgehaltene Schnupperkurs bieten zudem Kindern die Möglichkeit, erste Grundkenntnisse im Umgang mit Pferden zu erwerben.